Das Strafkommando Dyckerhoff & Widmann

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Das „Bunkerbaukommando“ bestand sowohl aus KZ-Häftlingen des SS-Arbeitslagers als auch des O.T.-Lagers und galt allgemein als Straf- und Todeskommando. In einem Bericht vom 4. Mai 1945, den drei befreite Häftlinge verfassten, wurde die Situation auf der BMW-Bunkerbaustelle so geschildert: „Im Kommando Sager u. Woerner wurden die Mäntel am Baueinsatz von KZ-Häftlingen 1944gleichen Tage (...) weggenommen. Dieses Kommando arbeitete in den Bayer. Motoren Werken beim Bunkerbau in Tag- und Nachtschichten. Die Häftlinge mussten Zement, Eisen und Holz zum Bunkerbau aus den Waggons ausladen u. auf den Schultern oft 2 u. 3 Stockwerk hoch hinaufschleppen; Arbeitszeit: 12 Stunden. Kommandoführer war Oberscharführer Jentsch. Dieser schikanierte die Häftlinge auf die grausamste Weise. Z.B. beim Ausmarschieren mussten fünf [Häftlinge] Arm in Arm im Laufschritt gehen, ließ einer los, wurde er von dem eigens darauf dressierten Hund ‚Nero‘ angefallen u. gebissen und zugleich von Jentsch geschlagen, so dass der größere Teil des Kommandos zu Grunde ging. In einer Woche sind 58 Häftlinge den Verletzungen und Schlägen erlegen. Von dem wenigen [Essen] stahl Jentsch noch das Hundefressen weg, welches vom Tier oft wegen seiner Minderwertigkeit verschmäht wurde. Helfershelfer des Jentsch waren bei seiner grausamen Tätigkeit Capo Kotz, Hilfscapo Stephan Akzel, Vorarbeiter Sesnowsky und Wiener. Sie alle schlugen u. peinigten die Leute auf das Scheußlichste.“ Dies wird auch von Moshe Kaufmann bestätigt. „Das ganze Lager schlief noch, als sie zur Arbeit gingen und das Lager ruhte schon lange, als dieses Kommando zurückkam. (...) Es war aber eine große Sterblichkeit - schwere Arbeit, Hunger, Schwäche, Krankheiten. (...) Häftlinge starben, bevor sie ins [Kranken-] Revier kamen.“

Bisher wurden über 1.500 Todesopfer namentlich ermittelt.

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