Das O.T.-Lager Rothschwaige

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Im Sommer 1944 übernahm die SS das Dulag (Durchgangslager) Rothschwaige als weiteres Lager. Es wurde Mitte 1944 für jüdische Häftlinge unter der Bezeichnungals O.T.-Lager Allach-Rothschwaige dem KZ-Außenlager Dachau-Allach zugeordnet. Lagerkommandant wurde Josef Jarolin. Innerhalb des Lagers bezogen ab 17. Juli 1944 25 SS-Wachmänner Quartier. Erster Kommandoführer war ab Juli 1944 SS-Mann Morgenstern, gefolgt von SS-Mann Johann Kastner, der Ende August 1944 von Albert Büchl abgelöst wurde. Chef der SS-Wachmannschaften war Fritz Degelow. Im Juli 1944 wurden über Rothschwaige erstmals 850 arbeitsfähige jüdische ungarische KZ-Häftlinge, von Auschwitz-Birkenau direkt in das O.T.-Lager Allach-Karlsfeld überstellt. Dort waren sie vorher als „einsatzfähig“ für die Rüstungsindustrie selektiert worden. Einen elektrisch geladenen Zaun gab es in Rothschwaige nicht. Das Lager hatte keine Wachtürme. Die Aufnahmekapazität lag bei ca. 1.800 Personen. Vor ihrer Überstellung in das O.T.-Lager Allach-Karlsfeld oder in andere Lager wurden diese KZ-Häftlinge verschiedenen Arbeitskommandos bei BMW wie Baracken- und Bunkerbaukommando zugeteilt. Zeugenaussagen zufolge erstreckte sich die Verweildauer der Neuankömmlinge im Lager von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Das O.T.-Lager Rothschwaige diente bis zur endgültigen Verwendung bzw. Unterbringung neuer Häftlinge nicht nur als Durchgangs- und Quarantänelager, sondern auch der Unterbringung von KZ-Häftlingen für BMW-Allach. Für das Lager Rothschwaige sind 1944/45 neun Tote dokumentiert, die in das KZ-Dachau zur Vergrennung in das Krematorium transportiert wurden. Die „medizinische Betreuung“ im Lager beschränkte sich darauf, dass geimpft und entlaust wurde.
Das O.T.-Lager Rothschwaige
In der Endausbaustufe 1945 umfasste das Lager ca. 40 Baracken. Auf dem Luftbild ist die U-Baracke (das Krankenhaus) sowie die zentral gelegene Entlausungsstation gut erkennbar. Das Lager war durch einen Drahtzaun zweigeteilt. Es handelte sich dabei um die Trennung von zur Entlausung in „behandelte“ und „unbehandelte“ Häftlinge.

Hinrichtungen im Lager durch die SS sind nicht bekannt. Vereinzelt wurden größere Transporte für andere Lager über Rothschwaige abgewickelt. So am 24. Juli 1944 nach Mühldorf. Die Versorgung und die Lage der Häftlinge in Rothschwaige schien etwas besser gewesen zu sein, als im O.T.-Lager Allach-Karlsfeld.

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