Das BMW KZ-Werk 'Allach' b/ München

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Planungen Werk II BMW-AllachAb 1942 begannen bei BMW Planungen mit dem Ziel, ein „Häftlingslager“ - laut Bauplan als „Gefangenenlager für Russen und Engländer in Allach der B.M.W.“ bezeichnet - an der östlich der Dachauer Straße gelegenen heutigen Karlsfelder Straße zu errichten. Dort hausende Häftlinge sollten sich entsprechend der Schichteinteilung entweder im Werk oder innerhalb der Barackenstadt aufhalten. Hauptgrund: Ein Großteil der BMW-Facharbeiter war zur Wehrmacht eingezogen worden. Die "kriegsentscheidene Rüstungsindustrie" Deutschlands brauchte dringend Facharbeitskräfte. Ihr Bedarf konnte ab Frühjahr 1942 allein durch Fremdarbeiter und Kriegsgefangene nicht mehr gedeckt werden. So gab Adolf Hitler Anfang 1942 den Befehl, KZ-Häftlinge in der Rüstungsindustrie einzusetzen. Damit wurde BMW zum Vorreiter des Einsatzes von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern. Als "Reichsmusterbetrieb" hatte BMW bereits im Konzernbericht vom März 1942 etwa 1.000 KZ-Häftlinge als Teil ihrer  Belegschaft gemeldet und zahlte dafür direkt an die SS (Schutzstaffel). Vermutlich ab Herbst 1942 begannen für das "SS-Arbeitslager" - später KZ-Außenlager Dachau-Allach (KZ-Außenlager Dachau-Allach), ab Februar 1943 ein Außenlager des KZ Dachau - die Tiefbauarbeiten.

Anfang 1942 war BMW an das Reichsluftfahrtministerium (RLM) herangetreten und hatte Generalfeldmarschall Eduard Milch, Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium gebeten, den Einsatz von KZ-Häftlingen in der Motorenproduktion bei BMW-Allach zu genehmigen. Mitte September 1942 vereinbarten dann der Reichsführer der SS Heinrich Himmler mit Eduard Milch KZ-Häftlinge in der Rüstungsproduktion einzusetzen. „Als 1. KZ-Werk ist HWO [Heinkelwerk Oranienburg] in Aussicht genommen, als 2. [BMW] ‚Allach‘ b/München“. Ziel war es dabei, alle zivilen Mitarbeiter dieser Werke - die meist als Soldaten zur Wehrmacht eingezogen wurden - durch KZ-Häftlinge zu ersetzen. In der Endstufe war für das KZ-Außenlager Dachau-Allach der Ausbau für etwa 12.000 Häftlinge vorgesehen, die bei BMW-Allach den Flugmotor Typ 801 hergestellen sollten. Um die dringend benötigte Anzahl an KZ-Häftlingen zu erreichen, schlug Ende Oktober 1942 Rüstungsminister Speer vor, dass die „SS und Polizei hier ruhig hart zufassen und die Leute, die als Bummelanten bekannt sind, in KZ-Betriebe stecken“ soll. Dies führte vor allem dazu, sowjetische Zivilarbeiter und ehemalige Ostarbeiter in die Konzentrationslager einzuweisen. Dazu befahl Heinrich Himmler: „Aus kriegswichtigen hier nicht näher zu erörternden Gründen, hat der Reichsführer der SS und Chef der deutschen Polizei am 14. Dezember 1942 befohlen, dass bis Ende Januar 1943 mindestens 35.000 arbeitsfähige Häftlinge in die Konzentrationslager einzuweisen sind. Um diese Zahl zu erreichen, ist folgendes erforderlich: 1. Ab sofort - zunächst bis zum 1. Februar 1943 - werden Ost- oder solche fremdländischen Völker, welche flüchtig gegangen oder vertragsbrüchig geworden sind und nicht den verbündeten oder befreundeten Staaten angehören (...) auf dem schnellsten Wege in die Konzentrationslager eingeliefert. Dritten Dienststellen muss gegebenenfalls jede einzelne dieser Maßnahme als unerlässliche sicherheitspolizeiliche Maßnahme unter entsprechender sachlicher Begründung aus dem Einzelfall heraus dargestellt werden, so dass Beschwerden vermieden, jedenfalls aber ausgeräumt werden.“

Ende 1942 waren etwa 1.000 KZ-Häftlinge bei BMW München und Allach eingesetzt. Der Großeinsatz von KZ-Häftlingen in Allach begann ab dem Jahr 1943. Allein aus dem KZ-Außenlager Dachau-Allach und dem O.T.-Lager Allach-Karlsfeld waren 1944 zeitweise bis zu 6.500 KZ-Häftlinge im 12 Stunden Zweischichtbetrieb für BMW-Allach tätig.

Im März 1943 ordnete das Reichssicherheits-Hauptamt (RSHA) an „dass sowjetrussische Zivilarbeiter/Ostarbeiter (...) aus den Konzentrationslagern nicht mehr zu entlassen sind. Auf die bisherige Regelung, Ostarbeiter nach einer bestimmten Zeit aus den Konz.-Lagern zu entlassen und an ihre alten Arbeitsplätze zurückzubringen (...) wird mit Rücksicht auf die Sicherung der in den Konzentrationslagern laufenden Rüstungsproduktionen verzichtet. “Und im Gespräch mit Hitler und Goebbels notierte sich Reichsjustizminister Thierack: „Hinsichtlich der Vernichtung asozialen Lebens steht Dr. Goebbels auf dem Standpunkt, dass Juden und Zigeuner schlechthin Polen, die etwa 3 bis 4 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hätten, Tschechen und Deutsche, die zum Tode, lebenslangen Zuchthaus oder Sicherungsverwahrung verurteilt wären, vernichtet werden sollten. Der Gedanke der Vernichtung durch Arbeit sei der beste.“

 

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