KZ-Außenlager Dachau-Allach: Strafe - Selektion - Tod

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Überlebende berichteten aus Allach:

„Etwa Ende Oktober 1944 wurde der Leidensgenosse Isaak Schmilovits des Diebstahls eines Stückes Brotes beschuldigt. Kapo Knoll meldete den Fall dem Lagerführer [Jarolin]. Der Lagerführer befahl dem Schmilovits 25 Stockhiebe zu geben. Die Exekution erfolgte vor allen angetretenen Lagerinsassen. Einer der SS-Wachmannschaften, ein etwa 40-jähriger, niedriggewachsener, dunkelhaariger Mann hatte die Strafe - im Angesicht des Lagerführers vollzogen. Schmilovits - ein gesunder starker Mann - verstarb kurz nach der Bestrafung.“

„Es kam auch vor, dass Leute von der SS irgendwelchen Häftlingen ohne Grund die sog. Tellermütze vom Kopf rissen und wegwarfen. Diese betroffenen Häftlinge waren natürlich bemüht ihre Mütze wieder zu bekommen. Dazu scherten sie aus der Marschreihe aus. Als sie etwa 5 - 6 Meter von uns entfernt waren, wurden sie rücksichtslos von der SS erschossen und Fluchtversuch als Grund angegeben.“

Und SS-Oberscharführer Karl Minderlein gab zu Protokoll: „Mir ist bekannt, dass SS-Angehörige sich absprachen, einen Häftling zu erschießen, um 3 Tage Sonderurlaub zu bekommen. Mit Sicherheit weiß ich dies in 3 Fällen. Bei diesen Leuten handelte es sich um Angehörige der Wachmannschaft. Ich selbst war kein Augenzeuge, sondern weiß dies nur vom Hörensagen.“

„Es war ein allgemeiner Zustand der Auflösung in diesem Lager, irgendeine Arbeit oder eine Beschäftigung haben wir nicht ausgeübt. Die Zahl der Opfer ging in die Hunderte oder in die Tausende.“

„1. MAI 1945: morgens mache ich einen Spaziergang durch das Lager. Vor einer Revierbaracke mit kranken und erschöpften Häftlingen der letzten Transporte liegen auf einem Haufen mehr als 50 abgemagerte Skelette. Das Revierpersonal legt weitere Tote auf den Haufen ab (XVII).“

 

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