Das KZ-Außenlager Dachau-Allach

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Viele Häftlinge waren schon vor dem Transport nach Allach in einem schlechten körperlichen Zustand. Nach Anweisung des SS-WVHA sollten nur „arbeitsfähige, voll einsatzfähige Häftlinge“ überstellt werden. Allerdings war dies eher die Ausnahme. Ursache war die gewollte Mangelernährung. Darüber kann auch der merkwürdig „optimistisch“ verfasste Bericht des ehemaligen Küchenkapos Gustav Alfred Carl nicht hinwegtäuschen: „In der Küche war ich bald derjenige, der alles regeln musste - auch das ‚schwarze‘ Herbeischaffen von zusätzlichem Fleisch aus der Lagermetzgerei, natürlich mit Wissen von Jarolin. Wenn ich Zigaretten für die Polen in der Metzgerei in Dachau im Auftrag von Jarolin in der Kantine verlangte, was ohne Anstände ging, brachte ich dafür mindestens 2 Zentner Wurst oder zusätzlich noch ein Viertel Rind mit, so dass bei uns in Bezug auf die Brotzeitportionen nicht unter dem Gewicht geschnitten wurde. Außerdem bekamen wir vom Werk wöchentlich 2 - 3 Mal Wurst zusätzlich für die Nachtschichten. (...) Ich hatte auch die Mannschaftsküche und die Kantine für die Offiziere, Kommandoführer, usw. zu betreuen. Not hatten wir nicht, weil wir zusätzlich vom Werk Mehl, Nudeln, Bohnen, Kartoffeln, usw. bekamen.“ Die SS bediente sich ungeniert an den Lebensmittelvorräten der Häftlinge ebenso aber auch die ‚Häftlingsober- und Mittelschicht‘, zu der Carl ebenfalls gehörte. Die Verpflegung in den BMW-Kommandos war zwar besser als sonst, blieb aber ungenügend. Mit zunehmender Kriegsdauer und dem Arbeitseinsatz verschlechterte sich auch ihre Ernährungslage. Eine große Zahl der Allacher KZ-Häftlinge war schon Jahre vor Kriegsende lebensbedrohlich abgemagert. Der Speiseplan oben stammt vom 15. November 1944 und dokumentiert die „Speisenfolge von zwei Wochen“ in Dachau-Allach. Sie bestand in diesem Zeitraum fast immer aus Suppe, Margarine, Käse und Brot

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