KZ Dachau-Allach, Lagerarchitektur des SS-Arbeitslagers

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Verwendete Barackentypen in den Münchner BMW-WohnlagernDie im KZ-Außenlager Dachau-Allach verwendeten Häftlingsbaracken waren vom Oberkommando des Heeres (OKH) als Normbaracken für verschiedene Zwecke entwickelt worden und wurden unterschiedlich eingesetzt. Dieser Barackentyp wurde sowohl als Pferdestall, als Garage für Fahrzeuge als auch als Unterkunftsbaracke eingesetzt. Angeliefert als Fertigbauteile konnten sie von wenigen Arbeitern innerhalb kurzer Zeit montiert werden. Als Fundament dienten 30 x 30 cm große Betonsockel, auf die drei Ziegelsteinreihen aufgemauert waren. Für das KZ-Außenlager Dachau-Allach wurde von BMW der Barackentyp OKH 260/9 mit den Grundmaßen 9,56 m × 40,76 m und einer Höhe von ca. 4,00 Meter verwendet. Ursprünglich für die Unterbringung von bis zu 158 Mann  geplant, waren in diesem Barackentyp in Allach bis zu 300 KZ-Häftlinge eingepfercht. 1) "Als Türen waren vorne und hinten ein Scheunentor. (...)" 2) Die Blocks waren räumlich dreigeteilt. Sie besaßen vorne eine kleinere und hinten jeweils eine größere Kammer mit Fenster, der große Häftlingsraum hatte drahtvergitterte Oberlichter. "In der ersten Stube waren der Blockälteste, der Schreiber und zwei Kapos. Hinten waren wir 36 Mann. In der Mitte war ein Tisch, der aber nur Platz für 12 Mann hatte. (...) Als Waschraum hatten wir eine eigene Baracke, Latrine und ein kleines Bad für ca. 30 Mann. Alles für vier Blocks."  3)  Der Zugang zum BMW-Fabrikgelände erfolgte für die Häftlinge über den Haupteingang nach Norden in Richtung heutiger Karlsfelder Straße und führte über diese über eine seit 1942 bestehende Betonbrücke über das Schwabenbächl durch das „BMW-Wohnlager Ludwigsfeld“ zum Haupteingang des Werkes. Ab dem Frühjahr 1944 wurde eine eigene Straße gebaut. "Beiderseits war die Straße durch Maschendraht abgeschlossen und in 2 Meter Höhe noch ein Stacheldraht. Außerhalb des Drathgeflechts gingen die Posten und jeder Zehnte von ihnen hatte einen Hund."4) Das KZ-Außenlager hatte vier (ab Sommer 1944 sechs) Wachtürme (Zugang von Aussen mit Leiter) und war mit einer Doppelumzäunung eingegrenzt. Der äussere Zaun bestand aus Maschendraht mit aufgesetztem Stacheldraht. Im Abstand von etwa eineinhalb Meter war davon ein Nachts unter Hochspannung stehender elektrisch geladener Drahtzaun gespannt. 5) Die Außenbewachung erfolgte zunächst durch die SS in drei Schichten von etwa 150 Mann. Später wurden dafür auch ältere Luftwaffen- und Wehrmachtsoldaten eingesetzt. 6)

Nach Aussage des franz. Häftlings und Arztes Jaques Laffitte im Dachauer Prozess waren auch etwa 12 Hunde (Doggen und deutsche Schäferhunde) zur Bewachung der Häftlinge eingesetzt.7)

Etwa 100 Meter östlich des Lagers lag die schwere Flakstellung 1s/457 Ludwigsfeld. 8)

1) KZGSD Archiv, 552/I, Rupert Schmidt, Mein Weg nach Dachau.
2) Ebd.
3) Ebd.
4) Vgl. ebd.
5) Ebd.
6) Vgl. Aussage von Erich Lippert vom 14.11.1946.
7) Vgl. Aussage von Jaques Laffitte im Dachauer Prozeß. Vgl. ITS 1.1.6.0.\0065\0369 ff.

 

Letzte Bearbeitung: 03.05.2018, 18:56
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