KZ Dachau-Allach - Planung 1942

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Haupteingang KZ-Außenlager Dachau-AllachMit der Planung zur Errichtung des KZ-Außenlagers war bei BMW bereits im Frühjahr 1942 begonnen worden. Ursprünglich als „Gefangenenlager für Russen in Allach“ geplant, wurden im März 1942 von der BMW-Bauleitung die ersten Abwasserpläne zur Genehmigung eingereicht. Ende November 1942 begannen die Tiefbauarbeiten. 1)  Beweise, dass das Außenlager von Dachauer Häftlingen erbaut wurde, wurden zwar nicht gefunden, trotzdem gibt es Hinweise darauf, dass Dachauer Häftlinge in Allach für BMW bauten. 2) So schreibt der ehemalige Häftling Edgar Kupfer-Koberwitz, dass „von unserem Lager in Dachau 1.600 Mann bei der Firma B.M.W. in Allach, einer Motorenfabrik, beschäftigt“ sind und: "Sie leisten dort zur Zeit Aufbauarbeit, Erdarbeit." 3) Dies betraf offenbar jedoch nur das Werk und nicht das Lager. Ein Einsatz von etwa 1.500 KZ-Häftlingen wird für Mitte Februar 1943 auch von Lagerkommandant Josef Jarolin bestätigt. Sie stammten allerdings aus den Konzentrationslagern Flossenbürg, Natzweiler, Buchenwald und Niederhagen. 4) Von dort  waren 600 Häftlinge des aufgelösten KL Niederhagen unterhalb der Wewelsburg geschlossen zum „Bestimmungsbahnhof Allach“ transportiert worden. 6)
Transportnachweise des SS-Wirtschaftsverwaltungsvhauptamtes (WVHA) bestätigen ab März 1943 die Lagerbelegung in Allach mit etwa 2.100 KZ-Häftlingen. An der Anfangsbelegung in Allach ist der hohe Anteil sowjetischer Häftlinge auffallend. 5) Intern wurden die KZ-Häftlinge von BMW als Lohnempfänger (Gefolgschaftsmitglieder) geführt und  als „Lohnabhängig Beschäftigte“ geführt. Die Löhne und Prämienzahlungen für KZ-Häftlingsarbeit überwies BMW an die SS und O.T. (Organisation Todt) direkt. Die KZ-Häftlinge erhielten direkt keinen Lohn. 7) Im Lager hatte jeder Häftling eine „Kontokarte“, auf der Einzahlungen, Prämien und andere Überweisungen verbucht wurden. Je nach SS-Erlaubnis konnte dem KZ-Häftling über die Sparkasse Dachau Geld angewiesen werden, das auf seinem Lagerkonto von der Effektenverwaltung verbucht wurde, die auch die Konten führte. Auch größere Beträge waren zulässig. Bargeldabhebungen waren nicht, sondern nur Geldüberweisungen möglich. Auch waren Geldüberweisungen innerhalb des Lagers z.B. von Block zu Block möglich. Jüdische KZ-Häftlinge hatten im KZ-Außenlager weder Geld noch Häftlingskonten. Der Besitz von Bargeld wurde in der Regel mit 25 Schlägen bestraft. Die Lagerpolizei suchte regelmäßig nach Bargeld. Ein eigens gedrucktes Lagergeld wie z.B. im KZ Buchenwald wurde in Allach oder in Dachau nicht herausgegeben. Es gab aber sehr wohl Häftlinge, die mit fremden Lagergeld bezahlten. "Einkäufe" in der Lagerkantine des KZ-Außenlagers mussten mit „Buchgeld“ bezahlt werden. Die Abrechnung der Kantineneinkäufe erfolgte wöchentlich. Häftlinge berichten, dass es in der Lagerkantine zeitweise Tabak, Zigaretten, Brot und Suppe oder Hygieneartikel gab. Auch "Prämienzahlungen" gab es. Sie beruhten auf der Empfehlung des Arbeitseinsatzführers und gab es sowohl für BMW- als auch lagerinterne Kommandos. Begünstigt waren hier nur die Häftlinge, die diesem Arbeitskommando zugeteilt waren.
 
Letzte Bearbeitung: 06.05.2018, 04:59

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