Fremdarbeiter
Fremdarbeiter im Lager des Reichsbahnausbesserungswerkes Freimann. Die Ostarbeitersparmarke als „vermögensbildende Maßnahme” für Ostarbeiter war schlchtweg Betrug. 
Freiwillig nach Deutschland gekommene Arbeitskräfte mit Arbeitsverträgen, die u.a. aus Frankreich, Niederlande, Belgien, Weißrussland, Polen, Tschechien oder Serbien stammten. Sie wohnten in Lagern, konnten ihre Arbeitsstätten nach „Feierabend“ verlassen und ihre Freizeit außerhalb der Wohnlager verbringen. BMW beschäftigte im Werk Allach ab 1942 Allach mehrere tausend Fremdarbeiter-/innen. Sie wohnten u.a. in den Lagern Karlsfeld, Ludwigsfeld und im Würmlager, waren aber auch „Privat” untergebracht. 1) Im Herbst 1943 waren in städtischen Sammellagern in München über 950 Ostarbeiter einquartiert. 2) 
 
Doch wie wurde aus dem Fremdarbeiter ein Zwangsarbeiter oder KZ-Häftling? Fehlte ein Fremdarbeiter mehrfach unentschuldigt am Arbeitsplatz, wurde er auf Vorschlag des BMW-Personalchefs Dr. Max Wrba wegen „Arbeitsvertragsbruch” mit Zustimmung des Betriebsrates meistens mit Lohnkürzung bestraft oder mehrere Tage in das „Arbeitserziehungslager Moosach” überstellt. Half das nichts, wurde er im Wiederholungsfalle in das Konzentrationslager Dachau eingewiesen. Auch die Forderung nach der Einlösung bei der Einstellung gegebener schriftlicher Versprechen konnte zur Einweisung in ein Konzentrationslager führen. Kleinere Vergehen wie "mehrfaches zu Spät kommen" am Arbeitsplatz wurden bei Fremdarbeiter drakonisch bestraft. Die Bestrafung reichte vom "Lohnabschlag" über die Kürzung der Essensrationen (weniger Lebensmittelmarken) bis zur Einweisung in das Arbeitserziehungslager Moosach mit anschließender KZ-Haft. Dies war auch bei BMW-Allach eine gängige Praxis.
 
Ein in den Anwerbestellen der Arbeitsämter in deutsch, russisch und ukrainischer Sprache ausgegegebenes Merkblatt für Ostarbeiter beschreibt eindeutig die Folgen eines möglichen Ungehorsams am Arbeitsplatz. Die in Punkt 3. und 4. des Merkblatts angedrohte Einweisung in ein Konzentrationslager oder Verhängung der Todesstrafe  war keine leere Drohung. 3)
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1) Vgl. dazu: Helmut Bräutigam, Entwicklung und Formen von Zwangsarbeit im Dritten Reich, Gedenkstättenrundbrief 149, S. 3 - 17. 
2) Vgl. BArch. RW 41-47/3, Im Kriegstagebuch III./43 des Rüstungskommandos München sind für den 12.07.1943 festgestellt: Ostarbeiterlager befanden sich in München innerhalb der städtischen Sammellager, so z.B. an der Landsberger (824 Betten, davon 592 Betten belegt) und der Perlacher Straße (1.259 Betten, 394 Betten belegt). Beide Lager waren gemischt mit Männern und Frauen belegt. 
3) BayHStA München, MInn 71634.
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