Abschrift:
„Zusammenfassender Entwicklungsbericht über den Arbeitseinsatz 1943 – 1944
Das SS-Arbeitslager Allach wurde am 22. Februar 1943 eröffnet. Nach anfänglicher Verwendung der Häftlinge zum Lagerausbau, begann im März 1943 der Baueinsatz für die BMW. Am 12. April 1943 kamen erstmals, Häftlinge in der BMW - Flugmotorenfertigung als Anlernlinge zum Einsatz. Seither gingen rund 2.000 Häftlinge durch die BMW-Lehrwerkstätten, um nach 4–10-wöchiger Dauer der Anlernzeit (Umschulung) in den Fertigungsbetrieb der BMW als Maschinenarbeiter (Bohrer, Dreher, Fräser, Schleifer, Schlosser u.s.w.) und als Spezialarbeiter (Einsteller, Prüfer u.s. w.) eingereiht zu werden. Den Kriegsnotwendigkeiten entsprechend, wurde der Einsatz im Bausektor einer weitmöglichsten Senkung unterworfen und alle im Lager vorhandenen metallfachberuflichen, für die Motorenfertigung schon geeigneten und alle zu Rüstungsarbeiten anlernfähigen Kräfte dem Flugmotoren-Fertigungswerk BMW zugewiesen:
| Einsatzvergleich: | Fertigung: | Bau: |
| 1943 | 283.418 | 256.273 |
| 1944 | 841.011 | 799.846 |
| Stundenvergleich: | ||
| 1943 | 2.824.365 | 2.472.971 |
| 1944 | 9.003.544 | 4.160.296 |
Die Leistungsprämien-Sätze erhöhten sich nicht nur infolge des größeren Einsatz-Standes, sondern vorwiegend durch gesteigerte Akkord-Ergebnisse und Zeitlöhne-Leistungen:
| Leistungsprämien: | Fertigung | Bau |
| 1943 | 34.777,- | 11.803,50 |
| 1944 | 217.450,50 | 127,894,- |
Schwankungen im Lager- und damit Einsatzstand sind durch Verlagerungen in Zweigwerke der BMW und teilweise durch Arbeitsruhen wegen Materialmangel entstanden. Der Einsatz jüdischer Häftlinge erfolgte ab 12. Juli 1944. Nach Beurteilung der Baufirmen vollbringt ein KZ-Häftling die Arbeitsleistung von 2 - 3 Juden bei gleichem Zeitaufwand. Ab 1. Januar 1945 hat die BMW im Zuge der betrieblichen und werkstofflichen Sparmaßnahmen die Tätigkeit der Verwaltungsstellen des Werkes für KZ-Häftlinge (Einstellbüro, Abteilungsschreibwesen und Lohnabteilung) eingeschränkt. Dieser Aufgabenbereich wurde vom SS-Arbeitslager Allach übernommen.
J. Jarolin
SS-Obersturmführer” 1)
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1) Josef Jarolin, Zusammenfassender Entwicklungsbericht in: KZGSD, Archiv 24718.
