Im Jahr 1936 erging vom Reichsluftfahrtministerium (RLM) an BMW die Weisung, die Entwicklung wassergekühlter Motoren aufzugeben und sich nur noch mit dem Bau luftgekühlter Motoren zu beschäftigen. Zu diesem Zwecke hatte sich BMW Ende September 1938 mit der Brandenburger Motorenwerke G.m.b.H. (BRAMO) auf die gemeinsame Entwicklung luftgekühlter Flugzeugmotoren geeinigt. BMW hatte neben BRAMO (BRAMO 329) mit dem BMW 139-Motor ebenfalls einen luftgekühlten 14-Zylinder Doppelsternmotor entwickelt. Ende September 1938 brachen beide Firmen diese Motorenentwicklungen zugunsten des BMW 801 ab. BMW kam damit dem Wunsch von Reichsmarschall Göring nach, Motorentwicklungen gleicher Leistungsklassen (Luftgekühlte 9, 14 und 18-Zylinder Sternmotoren) der unterschiedlichen Unternehmen zusammenzulegen. Dadurch sollten vor allem Entwicklungszeit, Arbeitskräfte, Versuchs- und Entwicklungskosten eingespart werden. 1) Zudem wollte sich BMW in einem zweiten Werk, das im Kriegsfall als Ausweichwerk dienen sollte, auf die Produktion luftgekühlter Flugzeugmotoren konzentrieren.

Nach Prüfung der Standorte Allach, Isarauen, Peißenberg, Grünwald und Ebersberger Forst entschied sich der BMW-Vorstand für den Standort in Allach. Dort konnten im Hochwald die Hallen fünfzig Meter weit auseinander liegen. 2) Die Feststellung der Serienreife des 14-Zylinder luftgekühlten Doppelsternmotors BMW 801 wurde vom RLM Ende Dezember 1939 attestiert. Im Bereich der Motorenentwicklung war damit eine Typenbeschränkung und Entwicklungskonzentration eingeleitet worden. 3) Mit Kriegsbeginn am 1. September 1939 begann die Erweiterung des Allacher BMW-Werkes um Fertigungs- und Montagehallen, Prüfstände, Verwaltungsbauten bis zum Vierfachen seiner ursprünglichen Größe. In den von der Stadt München genehmigten Planungen zur Allacher Werkserweiterung waren zu Kriegsbeginn weder Wohn- und Arbeitslager, KZ-Baracken oder Bordelle vorgesehen.
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1) Vgl. Horst Mönnich, BMW, Eine deutsche Geschichte, überarb, Neuauflage, Piper-Verlag, München 2004, S. 443, f.
2) Ebd. 428, f.
3) Vgl. Fred Jacobs, Robert Kröschel, Christian Pierer, BMW-Flugtriebwerke, Meilensteine der Luftfahrt von den Anfängen bis zur Moderne, Eine deutsche Geschichte, S. 110 ff.
Foto: Busbahnhof vor dem BMW-Haupteingang in Allach. Werksverkehr zwischen Werk I Milbertshofen und Werk II Allach. Foto: BMW-Group archiv
