

Der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte bei BMW-Allach begann nach dem „Frankreichfeldzug” ab Dezember 1940. Das Unternehmen warb mehrsprachig in den besetzten Gebieten Polens und Frankreichs in eigens dafür eingerichteten „Arbeitsämtern“ für Facharbeitskräfte. 1)) Man hoffte damit, den Fachkräftemangel kompensieren zu können, der durch den Einzug der deutschen Belegschaft zur Wehrmacht entstanden war. Zur Unterbringung beantragte im Frühjahr 1941 die BMW Flugmotorenbau GmbH den Bau von drei Wohnbaracken an der Dachauer Straße für Fremdarbeiter. 2) Der Ausländeranteil an der Belegschaft (Gefolgschaft) bei den Lohnempfängern (Arbeiter und Arbeiterinnen) war von Ende 1940 bis Dezember 1942 von 5.000 auf etwa 8.200 Personen angewachsen. Damit stieg der Fremdarbeiteranteil in Allach bis Ende 1942 auf 60 % der Gesamtbelegschaft auf etwa 9.600 Mitarbeiter. 3) Auf die Werke München und Allach bezogen bildeten bis Dezember 1941 Polen, Italiener, Ukrainer und Franzosen die Hauptgruppen. Als sich ab Herbst 1942 nur noch wenige Fremdarbeiter meldeten, ging man dazu über, die fehlenden Facharbeiter durch Zwangsarbeiter, sowjetische Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zu ersetzen. Bedingt durch den Kriegsverlauf war ab Mitte 1942 eine Ausweitung und Steigerung der Produktion von BMW-Flugmotoren nur noch mit dem Einsatz von Fremd-, Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen möglich. Dazu waren allerdings weitere Unterkünfte notwendig. 4)
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1) BMW-Group Archiv, UF 348-1, Die in deutsch und französisch gehaltene BMW-Werbeschrift für Fremdarbeiter stammt aus dem Jahr 1940.
2) Vgl. StadtA München, TB, Abg. 64/2, Planung „Wohnbarackenlager 4“ an der Feldmochinger/Dachauer Straße: Erstellung von 3 Wohnbaracken. Diese Planung wurde 1941 durch das „BMW-Wohnlager Ludwigsfeld“ ersetzt.
3) BMW-Group Archiv, UF 5671/11.
4) Vgl. dazu: Werner, BMW, S. 205. Der Übergang in ein gesamtes Zwei-Schicht-System bei BMW erfolgte im Verlauf des Jahres 1943. Für die Arbeitszeit der KZ-Häftlinge war diese Regelung ohne Bedeutung.
