Der erstmalige Einsatz von KZ-Häftlingen in Allach läßt sich ab Herbst 1942 zum Lageraufbau feststellen, der u.a. ab März 1943 auch durch etwa 1.600 Dachauer Häftlinge erfolgte. 1) Für den Einsatz in der Fertigung bei BMW-Allach wurden die KZ-Häftlinge ab April 1943 in bis zu sechswöchigen Kursen in den einzelnen Arbeitskommandos von BMW-Meistern an den entsprechenden Maschinen (Drehen, Bohren, Fräsen, Schleifen, Hobeln) angelernt. 2)

Nach einer vorliegenden Übersicht durchliefen von Februar 1943 bis April 1945 mindestens 34.000 KZ-Häftlinge das KZ-Außenlager Dachau-Allach. Dazu wurden von der SS mehrere hundert  Häftlingstransporte durchgeführt. 3) Für den Zeitraum von September 1943 bis Mai 1944 waren zeitlich durchgehende Nachweise oder Stärkemeldungen für Dachau-Allach unvollständig. Es konnte aber in diesen Fällen auf die nahezu kompletten Buchhaltungszahlen von BMW-Allach zurückgegriffen werden. KZ-Häftlingseinsätze bei BMW-Allach lassen sich hier über Lohnzahlungen von BMW an die SS nachweisen. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass die Fluktuation deutlich höher war als bisher nachweisbar. Es erscheint unwahrscheinlich, dass es über den wachsenden Arbeitskräftebedarf hinaus von BMW in diesem unzureichend dokumentierbaren Zeitraum von mehreren Monaten keine Häftlingsbewegungen nach Dachau-Allach oder von dort weg gegeben haben soll. Von September 1943 bis Mai 1944 hatte sich bei BMW-Allach die Zahl der dort eingesetzten KZ-Häftlinge aus dem KZ-Außenlager Dachau-Allach von 2.267 auf 4.462 fast verdoppelt. Für das Jahr 1943 wurden bei BMW im Dezember 2.270 KZ-Häftlinge aus dem KZ-Außenlagerkomplex in der „Motorenproduktion“ registriert. Ausbildungshäftlinge für andere KZ wie Eisenach-Dürrerhof oder Berlin-Basdorf sind dabei unberücksichtigt. Da bereits in Doppelschichten (Tag- und Nachtschichten) gearbeitet wurde, erscheint eine Lagerbelegung mit über 5.500 KZ-Häftlingen für das Jahresende 1943 plausibel, der Beweis dafür kann über die Buchhaltungsunterlagen geführt werden. 4) Ein weiteres Indiz dafür ist der Zeitzeugenbericht des Lagerkochs, der von der täglichen Zubereitung von „(...) siebzig Liter (...) Gulasch auf fünftausendsiebenhundert Liter Mittagessen.“ schreibt. 5)

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1) Vgl. dazu: Edgar Kupfer-Koberwitz, Dachauer Tagebücher, München 1997.
2) Josef Jarolin, Zusammenfassender Entwicklungsbericht in: KZGSD, Archiv 24718.
3) Vgl. dazu: Klaus Mai, Das KZ-Außenlager Dachau-Allach in München-Ludwigsfeld, 4. überarb. Auflage, München 2025, S 111 ff.
4) Klaus Mai, Das KZ-Außenlager Dachau-Allach in München-Ludwigsfeld, München,
5) Wittmann, Max, * 9.9.1908, # 46431, Zitat nach dem Bericht des ehemaligen Häftlings, geschrieben von: Erich Kunter, Weltreise nach Dachau, Bad Wildbad 1946.