BMW Kriegsgefangenenlager
Nur für sowjetische Kriegsgefangene: Das BMW-Kriegsgefangenenlager an der Dachauer Straße. Aufnahme vom 7. Mai 1945. Bild und Bearbeitung: Klaus Mai, Privatarchiv. 

Das BMW-Kriegsgefangengenlager mit der Nummer 2913 an der Dachauer Straße war im Herbst 1944 mit 608 sowjetischen Kriegsgefangenen belegt. 1) Lagerkommandant war der Kommandeur des Dachauer SS-Totenkopf Wachbattalions Fritz Degelow. 2)  Am oberen Rand des Bildes gut erkennbar: Das Gleis der Schmalspurbahn für die Kiestransporte vom „Moll-See” (Der Moll-See gehörte vormals der Familie Moll und heißt heute Karlsfelder See) zum BMW-Flugmotorenwerk und Rangierbahnhof Nord. Darunter die Erdbunker zum Schutz der Gefangenen vor Luftangriffen. 

Ein weiteres Kriegsgefangenenlager befand sich auf dem Werksgelände in München-Milbertshofen an der Preußenstraße. 3) Anfangs lebten dort französische Kriegsgefangene, danach etwas über 200 italienische Militärinterrnierte. Das Kriegsgefangenenlager wurde Anfang 1944 aufgelöst und als Fremdarbeiterlager für „Jungtschechen” genutzt.  Bei alliierten Bombenangriffen wurde das Lager mehrfach getroffen, die Zahl möglicher Verletzter und Toter bisher unbekannt. 4)

_______________________________
1) Vgl. dazu den Bericht des Landesschützenbattallions 436 vom 21.9.1944. 
2) Fritz Degelow, StaA München, Staatsanwaltschaften 46415/1, Blatt 13a f. 
3) Vgl. BMW Group archiv, UA
4) Ebd.


nach oben