Max Wittmann

Häftling im KZ-Außenlager Dachau-Allach

„Dieses Buch wurde geschrieben in den Monaten August bis Oktober 1945. Es schildert Tatsachen und wahre Begebenheiten und nennt Menschen bei Namen und Art. In allem ließ mir jedoch mein Kamerad Max Wittmann die Freiheit, Personen und Handlungen da und dort nach eigenem Ermessen zu gruppieren, Einzelheiten hinzuzufügen, aus eigener Fantasie auszumalen, wenn ich es im Interesse des Buches und seines ethischen Gehalts, sowie aus Gründen der Gestaltung und Zweckmäßigkeit für erforderlich hielt. Dies ist so geschehen, dass es wohl da und dort an der photographischen Genauigkeit mangelt, nie aber an der Wahrhaftigkeit. Ich hoffe, mein Buch wirkt aufklärend und aufrüttelnd und bringt die Mitmenschen zur Besinnung und inneren Einkehr. Möge es ihnen den Willen festigen, Hass, Lüge und Egoismus zu überwinden, wieder nach einem reineren, schöneren Leben zu streben und mitzuhelfen, das drohende Chaos zu bannen, die Wunden der Geschlagenen zu heilen und dass den Erniedrigten und Beleidigten zugefügte Unrecht wieder gutzumachen (...).

Allach

Der grausame Winter verging. Es war mein erster im KZ-Lager Flossenbürg, aber leider nicht der letzte. Frühjahr und Sommer meinten es besser mit uns, nicht aber unsere Peiniger, die sich immer gleich blieben in ihrer Methode, uns körperlich und seelisch zu quälen. (...) Die Wochen dehnten sich zu Monaten und die Monate zu Jahren. Im Winter 1943 1) trat eine Veränderung in meinem Schicksal ein. Ich wurde dem Transport zugeteilt, der nach Allach, einer ,Filiale‘ von Dachau, abkommandiert wurde. Allach, unweit Dachau, liegt an der Landstraße Dachau-München mitten auf freiem Feld. 2) Die Häftlinge, die sich dort befanden, wurden zu Arbeiten in den BMW verwendet. Bei unserer Ankunft gab es dort erst etwa zweihundert Häftlinge. Es kam aber Transport um Transport, und so waren es in wenigen Tagen zweitausend. Diese Zahl nahm dauernd zu, das Lager wuchs. Wir waren zunächst mit Instandsetzungsarbeiten im Lager beschäftigt. Es war Februar, und wir hatten auch hier viel unter der Kälte zu leiden. Schnell und unverhofft nahm mein Geschick eine günstige Wende.

Ein Glücksumstand brachte mich in eine Position, die mir für die ganze Folgezeit ein einigermaßen erträgliches Leben verschaffte. Beim Appell hieß es einmal: ,Köche raus!‘ Ohne mich zu besinnen, trat ich vor. Ich hatte ja als Koch einige Erfahrung, auch fühlte ich instinktiv, dass ich in der Küche am besten aufgehoben sein würde, da es dort mit dem Essen gut bestellt war. Das war hier die beste Lebensversicherung. Viele meiner Kameraden schienen aber ebenso schlau zu sein wie ich; denn es meldeten sich eine unverhältnismäßig große Anzahl Köche. Der Kommandoführer fluchte: ,Wollt ihr machen, dass ihr wieder reinkommt, ihr Schwindler! Am liebsten gingt ihr alle in die Küche, das glaube ich. Fressen und Faulenzen, das ist der oberste Grundsatz von euch Bolschewisten! Wieso sind denn hier beinahe die Hälfte Köche? Nur, wer gelernter Koch ist, soll vortreten. ' Es trat niemand vor. ,Wer schon als Koch gearbeitet hat‘, rief der Kommandoführer wütend. Untersteh sich ja niemand sonst, sich zu melden. Da muckste sich nichts mehr. Flugs war ich als erster wieder zur Stelle. Andere folgten zögernd und stellten sich neben mich. Ich trat kühn unmittelbar vor den Küchenkapo B. Wolf 3) hin, der neben dem Kommandoführer stand. Mit seiner Riesenpratze fasste er mich am Arm und zerrte mich hinter sich. Dann wählte er noch fünf, sechs Mann von den immerhin wieder zwei Dutzend Angetretenen aus, und überraschend schnell gab sich der Kommandoführer damit zufrieden, ohne noch viel nach Beruf und Eignung zu fragen. Ich hatte es geschafft und sah der Weiterentwicklung zuversichtlich entgegen. Ich sollte in meinen hochgespannten Erwartungen nicht enttäuscht werden.

Zunächst hatte ich es mit dem Küchenkapo gut getroffen. Ein gutmütiger Mensch., klein, dick und kugelig. Er trug den grünen Winkel. In seinem ,Zivilberuf‘ war er Schmuggler. Wolf war übrigens einer der wenigen grünen Küchenkapos. Sonst nahm die Dachauer Lebensmittelverwaltung für solche Posten meist rote Häftlinge. Auch bezeichnend: die politischen Häftlinge, die in den Lagern die charakterlich einwandfreien waren, wurden von Berufsverbrechern und asozialen Elementen überwacht und bevormundet, ihrer Willkür und Rohheit ausgeliefert, andererseits aber zog man sie zu den verantwortungsvollen Arbeiten heran und besetzte mit ihnen die Vertrauensposten. Man ging natürlich davon aus, dass in der Küche und im Lebensmittellager viel gestohlen und geschoben wurde und rechnete dann, dass man mit den Roten besser fahren werde als mit den Grünen. Nun war ich ja kein gelernter Koch, aber ich hatte doch Kenntnisse im Kochen, und das, was ich dort brauchte, hätte ich auch ohne jegliche Kochkenntnisse bald bewerkstelligen können. (...) Die Arbeit war, wie sich denken lässt, auch hier sehr schwer und anstrengend, dazu eine unendlich lange Arbeitszeit. Ans Kochen kam ich anfangs überhaupt nicht. Ich musste Küchenjunge machen, scheuern und putzen, Kessel reinigen. Allenfalls frühmorgens Kaffee kochen. Da hieß es früh aufstehen. Morgens drei Uhr war Tagwacht. Bald darauf stand ich an den großen Dreihundert-Liter-Kesseln und kochte Kaffee. Der wurde in die großen schweren Kannen eingegossen und auf die verschiedenen Blocks verteilt. Dann mussten die Kessel ausgewaschen und die Vorbereitungen für das Mittagessen getroffen werden. Um zehn Uhr wurde das Mittagessen schon ausgekeilt, weil um elf Uhr bereits das Auto kam, um das Essen für die Außenkommandos in Empfang zu nehmen. Anschließend mussten wir sofort die Vorarbeiten für das Abendessen in Angriff nehmen, und nach dessen Fertigstellung hatten wir alle Hände voll zu tun, um die Lebensmittel und Zutaten für den nächsten Tag herzurichten. So verlief der Tag pausenlos in schwerer Arbeit. Von morgens drei Uhr bis abends acht Uhr war man auf den Beinen. Das konnte natürlich nur eine starke und kräftige Natur auf die Dauer aushalten.

Dass man bei Kräften blieb, dafür sorgte man durch zusätzliche Kost. Man aß, so viel man wollte, verleibte sich da und dort ein Stück Fleisch oder Wurst ein und erhielt auch manchmal etwas besonders Gutes, wenn Reste aus der SS-Küche herüberkamen, die dann unter dem Küchenpersonal aufgeteilt wurden. Der Küchenkapo merkte bald, dass ich geschickt und anstellig war und auch von der Kocherei etwas verstand. Er selbst war nicht fürs viele Arbeiten, er lief die meiste Zeit im Alkoholnebel umher. Nachdem ich also einen Monat lang am Kessel als Kesselmann gearbeitet hatte, setzte Wolf mich als Kolonnenführer ein. Als Kolonnenführer hatte ich sämtliche Kesselleute unter mir, sie mussten nach meinen Angaben und Anordnungen arbeiten. Ich wiederum bekam meine Instruktionen vom Küchenkapo.

Das Lager vergrößerte sich und damit die Küche. Wir brauchten mehr Personal, und wir Alten hatten Chancen, etwas zu werden. Ich genoss das besondere Vertrauen des Küchenkapos Wolf. Er sorgte dafür, dass ich zum Vizekapo und stellvertretenden Küchenkapo ernannt wurde. Ein äußeres Zeichen meiner neuen Würde war, dass ich von dem damaligen Lagerführer Jarolin die Erlaubnis erhielt, mir die Haare stehen zu lassen. Einen Blick in den Küchenbetrieb. Wir hatten zwanzig große Dreihundertliterkessel in der Küche. Daneben in der SS-Küche zwei Herde und zwei Küblerpfannen. Zwei Heizer mussten die mit Kohlenfeuerung betriebenen Herde und Öfen versorgen; für jeden Kessel war ein Kesselmann da. Ich hatte auch einen Kartoffelschälerkapo unter mir. Die Leute, die bei ihm arbeiteten, waren meist nicht ganz arbeitsfähige Häftlinge, Fußkranke oder sonst Leichtkranke; sie mussten Kartoffeln schälen und Gemüse putzen. Neben der Küche war ein kleiner Proviantraum, dabei ein kleines Zimmer, in dem der Küchenkapo schlief und seine schriftlichen Arbeiten erledigte. In einem weiteren Nebengelaß standen ein Kühlschrank und ein großer Tisch für unseren ,Portionenschneider‘, den Katschmarek. 4) Der war den ganzen Tag damit beschäftigt, Fleisch und Wurst zu schneiden und die Portionen einzuteilen, vor allem für die SS. Das ganze Jahr hindurch wurde fast nichts anderes zu Mittag gekocht als Steckrüben oder Kraut mit Kartoffeln. Zur Abwechslung auch mal gelbe Rüben. Oder zur Spinatzeit Spinat. Donnerstags und sonntags waren die sogenannten Fleischtage.

Von der Dachauer Lebensmittelverwaltung erhielten wir ,Speisekarten‘, auf denen vermerkt war, welche Mengen an Kartoffeln, Gemüse, Fett, Mehl, Fleisch und Brot den Häftlingen zustehe. Wenn die Häftlinge das, was auf dem Papier stand, wirklich erhalten hätten, dann wäre es nicht mal so schlimm gewesen, und es wären gewiss nicht so viele an Hunger und Unterernährung eingegangen. Aber bis die Lebensmittel zu dem kamen, der sie erhalten sollte, waren die Mengen schon bös zusammengeschrumpft.

Eine ganze Reihe von Personen wollte an der Verköstigung der Ärmsten der Armen noch profitieren, verdienen, mitessen; angefangen vom Lieferanten, der sicher Schiebungen machte und minderwertige Ware lieferte, über die großen SS-Bonzen zu den kleinen Bonzen. Was sah ich nicht allein an Schmarotzertum in meiner Umgebung unter den begehrlichen und gefräßigen SS-Leuten, die ständige Besucher unserer Küche waren! Ihnen gegenüber war man auch als Kapo nur Häftling und damit machtlos. Ingrimmig musste man zusehen, wenn sie sich die fettesten Bissen holten, den ausgehungerten Häftlingen vom Munde wegstahlen. Sagen durfte man nichts, denn dann hatte man seinen Vorzugsposten die längste Zeit gehabt, und man konnte vielleicht in Mauthausen oder einem anderen berüchtigten Lager mit den übrigen Häftlingen am Hungertuch nagen. Das Fleisch an den Feiertagen wurde in den Pfannen mit Margarine geröstet und mit Zwiebel und Paprika gut schmackhaft gemacht.

Dieses Gulasch, fein in Würfeln geschnitten, hätte den Häftlingen sicher gemundet, wenn man es ihnen so vorgesetzt hätte. Aber wenn das Gulaschfleisch dann in den Dreihundert-Liter-Kessel hineinkam, dann musste man lange fischen, um ein Bröckelchen zu finden. Siebzig Liter zubereitetes Gulasch auf fünftausendsiebenhundert Liter Mittagessen, da kann man sich vorstellen, wie viel Fleisch auf jeden Häftling entfiel. Laut Speisekarte wurde pro Mann und Tag für die Essenzubereitung fünfzehn Gramm Margarine berechnet. So viel stand bei weitem nicht zur Verfügung. Das kam also in den Kessel rein, dazu geschnittenes Kraut und Kartoffeln. Und mit diesem Fraß sollten die armen Schlucker dann zwölf Stunden am Tag schwer arbeiten. Mittags und manchmal auch abends kam der Küchenchef von der SS herüber, um pflichtgemäß die Speisen für die Häftlinge zu probieren. (…) Der Eberl 5) war damals Rapportführer; er hatte ein schiefes Gestell und humpelte. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er oft nach Feierabend, wenn ich noch etwas zu tun hatte, mit dem Spießgesellen hereinkam, lächelnd und unverschämt. Beide hatten die Hände in den Hosentaschen, der Jarolin 6) wälzte von Zeit zu Zeit die Zigarre von einem Mundwinkel in den anderen. ,Na Wolf, was gibt‘s heute Neues und Gutes? Ich habe es schon gerichtet, Herr Hauptscharführer. Bitte hier herein. Eine kleine Magenstärkung. Und das Paketchen können Sie vielleicht in die Aktentasche nehmen.‘ Wenn Jarolin und Eberl da gewesen waren, hatte die Wurst über Nacht furchtbar getropft, denn diese beiden Gauner fraßen eine Pfanne aus, an der ein Dutzend Häftlinge sich bestimmt hätten erlaben können. Und so hatten wir noch ein paar Mitesser und Schmarotzer, denen man manchmal wünschte, sie möchten an dem Bissen ersticken, den sie den anderen wegnahmen. Vor allem war es der alte Säufer Häusler, 7) der in schamloser Weise Esswaren davontrug. Offenbar vergaß er häufig seine Schnapsflasche bei unserem Küchenkapo im Zimmer, denn er wie Wolf waren stets in eine Wolke von Schnapsdunst gehüllt. Häusler traf ich später in Kottern wieder. Er hatte es aber wohl mit dem Schieben und Stehlen zu arg getrieben, denn er wurde schließlich strafversetzt und tauchte später in Dachau wieder auf. Da fehlten die Sterne auf seinen Achselklappen.

Ein paar Lichtgestalten möchte ich diesen Dunkelmännern in Allach gegenüberstellen. Das Andenken des dicken Thon 8) und des Polen Morawski 9) in Ehren! Die beiden haben viel Gutes für die Häftlinge getan und man muss bedenken, daß dies immer und in jedem Fall mit großen Gefahren verknüpft war. Thon und Morawski hatten das Lebensmittelmagazin unter sich und sie schoben uns manches aus der SS-Küche für unsere Häftlingsküche zu. Auch der Blockälteste Karl Tepke, 10) der Kantinenverwalter Sepp Huber, 11) der Karl Hauff 12) von der Bekleidungskammer waren gute Kerle, die den Häftlingen nach Kräften beistanden. Den Karl Hauff traf ich nach dem Zusammenbruch in der RückführungssteIle der politischen Häftlinge in Stuttgart wieder und wir tauschten ein Stündlein Erinnerungen aus.

In Allach befanden sich meist Russen und Polen. Ich gab ihnen Winke, dass sie ihre Schwachen und Kranken abwechselnd in die Küche zum Arbeiten dirigieren sollten. Ich steckte ihnen viele gute Bissen zu und sah auch nicht hin, wenn sie etwas verschwinden ließen. Die meisten Russen und Polen konnten etwas Deutsch. Ich war immer in meinem Leben darauf aus, Sprachen zu lernen, was mir sehr leichtfällt. Ich kann sechs Sprachen geläufig sprechen, in anderen mich verständigen, sogar etwas Zigeunerisch verstehe ich. Eine Zeitlang hatte ich einen Russen als Kesselmann beschäftigt. Er blieb nach Feierabend manchmal noch bei mir und brachte mir etwas Russisch bei. Ich hatte früher in russischen Romanen oft gelesen, dass sich die Menschen untereinander in Russland ,Brüderchen‘ nennen. Ich fütterte ihn immer ordentlich. Einmal nahm ich ihn mit in einen Nebenraum. Dort hatte ich etwas Schnaps und Wurst. Wir aßen und tranken miteinander, und ich nannte ihn ,Brüderchen‘. Er heulte vor Wonne, und ich war auch fast zu Tränen gerührt. So hielten wir Fremdlinge uns umschlungen, Brüder, die einander im Unglück begegneten und sich gegenseitig ein bisschen Herzenswärme spendeten. Hoffentlich kamst du inzwischen in deine kalte Heimat, die doch für dich genug Wärme und Nahrung hat, heil und gesund zurück, Brüderchen!“ 13)

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1) Damit ist der Winter von 1942/43 gemeint.
2) Max Wittmann wurde am 26.2.1946 in Dubrovnik wegen illegalen Verlassens des Reichsgebiets „und staatsfeindlicher Äußerungen“ verhaftet und war am 25.8.1941 von der Stapo Graz in das KZ-Flossenbürg eingewiesen worden.
3) Bernhard Wolf, * 10.9.1896, # 36600, wurde am 16.9.1942 von Nürnberg in das KZ Dachau überstellt. Wolf war von der Gestapo am 3.9.1939 in Hannover verhaftet worden und befand sich seit 16.9.1942 als PSV-Häftling (Polizeiliche Sicherheitsverwahrung) im KZ-Dachau. Vgl. ITS 1.1.6.2\WLODARCZYK-K-WOLK\O0111059\ und ITS 1.1.6.7\WITER-WOLQ\0984.
4) Wladyslaus Kaczmarek, * 12.9.1916, # 43050, Arbeiter, Sch., Pole, wurde am 21.2.1943 von Flossenbürg in das KZ-Außenlager Dachau-Allach überstellt. Vgl. ITS 1.1.6.7\JUR-KAL\0569; ITS 1.1.6.1 \0001-0189\0040\0154; ITS 1.1.6.2\JUN-KAC\00041944.
5) Sebastian Eberl, stellv. Lagerkommandant von 1943 bis 1944 des KZ-Außenlagerkomplexes Dachau-Allach. Eberl galt als unberechenbar und wurde von den Häftlingen auch als ‚hinkender Teufel‘ bezeichnet.
6) Josef Jarolin, SS-Hauptsturmführer und Lagerkommandant des KZ-Außenlagerkomplexes Dachau-Allach von 15.2.1943 bis Befreiung.
7) Josef Häussler, * 1888, SS-Unterscharführer, vom 5.4. bis 1.9.1943 im SS-Arbeitslager Dachau-Allach. Case No. 000-50-2-74 (US vs. Josef Haeussler et al) Tried 10 Mar. 47.
8) Jean Thon, Musiklehrer, * 18.4.1891, geschieden, Deutscher, wurde am 13.9.1939 von der Stapo Nürnberg-Fürth verhaftet und aus dem Gerichtsgefängnis in Bayreuth am gleichen Tag in das KZ Dachau überstellt. Vgl. IT5 1.1.6.7\THEV-TOTH\0221.
9) Wladyslaw Murawski, * 27.6.1913, # 5792, Fleischermeister, led., kath., Pole, war am 24.4.1940 in Neuskalden/Kreis Ostrowo verhaftet und als Schutzhäftling am 26.4.1940 in das KZ Dachau eingeliefert worden. Die Einlieferung erfolgte durch die Stapo Litzmannstadt (Lodcz). Murawski war als Hilfscapo in Allach dem Lebensmittellager zugeteilt. Vgl. IT5 1.1.6.7\MROS-NAG\1044.
10) Karl Tepke, * 8.6.1904, # 45670, Kaufmann, gesch., 1 Kind, kath., Deutscher, war am 12.6.1942 als Schutzhäftling verhaftet und am 19.9.1942 in das KZ Buchenwald überstellt worden. Von dort wurde er am 4.3.1943 über das KZ-Dachau in das KZ-Außenlager Dachau-Allach eingeliefert. Tepke war in Dachau-Allach Blockältester. Vgl. ITS 1.1.6.7\T-THEU\1224.
11) Josef Huber, * 20.5.1893 in Königswiesen (Regensburg), # 371, verh., 1 Kind, Mitglied der bay. Volkspartei, Spitzname „Hubersepp“, seit 6.3.1934 in Haft, ab 29.5.1937 in das KZ-Dachau eingeliefert. Vgl. ITS 1.1.6.2\HORO-HUBH\00036782.
12) Karl Hauff, * 15.10.1900, # 94, Kaufmann, verh., 1 Kind, Deutscher, KPD-Mitglied, war am 11.3.1933 von der Gestapo in Stuttgart/Untertürkheim verhaftet worden und befand sich mit kurzen Unterbrechungen in mehreren Gefängnissen und Konzentrationslagern. Vgl. ITS 1.1.6.7\HAL-HEH\1218.
13) Wittmann, Max, * 9.9.1908, # 46431, Zitat aus dem Buch nach dem Bericht des ehemaligen Häftlings, geschrieben von: Erich Kunter, Weltreise nach Dachau, Bad Wildbad 1946.



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