Dr. Johannes Drost

KZ-Häftling in Dachau und Dachau-Allach

Dr. Johannes Drost wurde am 28. März 1905 in Rotterdam geboren. Zu Beginn des Krieges arbeitete er als Allgemeinarzt und lebte mit seiner Frau und seiner neugeborenen Tochter im Leuvehaven in Rotterdam. Als wenige Tage nach der deutschen Invasion am 14. Mai 1940 durch einen Bombenangriff auf Rotterdam ihr Haus zerstört wurde, entschloss er sich zum aktiven Widerstand. So war er unter anderem an der Flucht von Erik Hazelhoff Roelfzema nach England beteiligt. Als Leiter des medizinischen Widerstandes in Rotterdam versteckte er Henri Staal, zunächst in seiner Praxis, später in seinem Haus. Henri Staal wurde am 14.8.1942 zufällig entdeckt, als Agenten einen Hausarzt suchten. Jan Drost wurde in Nunspeet verhaftet. Nach dem Verhör durch den SD in Rotterdam wurde er am 17.9.1942 nach Beekvliet in das Geisellager in St-Michielsgestel überstellt. Von dort wurde er am 25.9.1943 nach Haagsche Veer in Rotterdam zurückgeführt. Seine Einweisung in das Konzentrationslager Vught (Hertogenbusch) erfolgte am 17.12.1943. Dort wurde er zunächst in einem Baukommando, später im Philipps-Kommando eingesetzt. Von dort wurde er am 24.5.1944 in das KZ-Dachau überstellt. Nach wenigen Wochen wurde Dr. Drost dort Gefangenenarzt, Chef der internen Abteilung und zum Vertrauensmann der Holländer, später auch der Dänen und Norweger. In dieser Schlüsselposition gelang es ihm gemeinsam mit anderen Ärzten Häftlinge vor dem Zugriff der SS und der Gestapo zu verstecken. Er rettete damit viele Häftlinge vor dem sicheren Tod. 1) Am 4.1.1945 wurde Jan Drost selbst Opfer einer im KZ-Dachau grassierenden Typhusepidemie. Er überlebte und wurde am 20.4.1945 - vielleicht wegen seiner „Typhuserfahrung“ als Arzt - in das KZ-Außenlager Dachau-Allach überstellt, wo er am 30.4.1945 befreit wurde. 2) 

1) 
2) 
3) Zum 40. Geburtstag von Dr. Drost im KZ-Dachau Nach seiner Befreiung stand das Lager Allach bis Ende Mai 1945 wegen einer Typhusepidemie unter Quarantäne. Doch Dr. Drost blieb im Lager. In dieser Zeit kümmerte er sich aufopfernd um die kranken Häftlinge. Nach dem Ende der Quarantäne kehrte Dr. Drost am 25.5.1945 nach Rotterdam zu seiner Familie zurück. 3)
3) Seite 2 und 3 eines Gedichts auf einer Karte zum 40. Geburtstag für Dr. Drost kurz vor der Befreiung zum 28.3.1945, Privatarchiv Klaus Mai.
4) Schreibstubenkarte: ITS 1.1.6.7\DRET-DYLX\0211.


Bericht des KZ-Arztes und Häftling in Dachau und Allach „Johannes DROST, Arzt, Rotterdam, den 26. November 1945. Kralingsche Plaaslaan 2. 1)

Der Unterzeichnete, Johannes Drost, Arzt, wohnhaft in Rotterdam, Kralingsche Plaaslaan 21, geboren den 28.März 1905 zu Rotterdam, bringt Nachstehendes zur Kenntnis des Justizministeriums. Am 14. Aug. 1942 verhaftet in Nunspeet, eingeliefert ins Polizeigefängnis Haagsche Veer, Rotterdam. Am 17.Sept. 1942 übergeführt nach dem Geisellager in St. Michielsgestel. 25. Aug. 1943 zurück nach Haagsche Veer, Rotterdam. 18. Dez. 1943 abtransportiert nach Konzentrationslager Vught. 25. Mai 1944 von Vught [Hertogenbusch] nach Dachau. 27. Mai 1945 zurück in Rotterdam. Grund der Verhaftung:

1. führende Stellung im sog. ‚Medisch Contact‘ (der damals Illegalen, jetzt legalen Ärzte-Organisation),
2. Verbergen des jetzigen Polizeipräsidenten von Rotterdam, Herrn H. Staal, der vom SD gesucht wurde, in meiner Wohnung.

In Dachau wurde ich nach 3 Wochen als Arzt (Internist) angestellt im Revier über 2 Säle für innere Krankheiten. Später wurde ich Oberarzt der inneren Abteilungen; als solcher hatte ich die Leitung der Säle für innere Krankheiten (mit 12 -15 Assistenten und etwa 2.000 Patienten). Nach einiger Zeit wurde ich in Dachau zum Vertrauensmann der Holländer, später auch der Dänen und Norweger, gewählt; diese Stellung behielt ich bis etwa 10 Tage vor der Befreiung von Dachau am 29. April 1945, als ich nach dem Nebenlager Allach versetzt wurde, um dort das Revier zu reorganisieren. In meiner Doppeleigenschaft als Chef-Internist und Vertrauensmann erachte ich es [als] meine Pflicht, die folgenden Anklagen zu ihrer Kenntnis zu bringen:

1) Die holländischen politischen Häftlinge im Konzentrationslager in Dachau sind vom Roten Kreuz außerordentlich schlecht behandelt worden.

a) Anfänglich hat das Niederländische Rote Kreuz [N.R.K.] dann und wann eine sehr kleine Anzahl Pakete auf Namen einer geringen Anzahl Niederländer geschickt. Dies war jedoch völlig unzulänglich und hörte überdies im September 1944 auf. Das von den deutschen Behörden an das N.R.K. ergangene Verbot wird hier wohl die Ursache gewesen sein.

b) Sodann hat das Internationale Rote Kreuz diese Aufgabe - in völlig ungenügender Art und Weise - übernommen. Eine sehr geringe Anzahl Niederländer hat einige Pakete auf Namen aus Genf erhalten. Als Vertrauensmann habe ich nur ein einziges Mal eine Sendung Pakete erhalten, die nicht einmal genügend Pakete enthielt für die Holländer in Dachau selbst, geschweige denn für diejenigen, die sich in den Außenkommandos befanden. Es bestand somit kein deutsches Verbot für Pakete für Niederländer in Dachau. Die übrigen dem Internationalen Roten Kreuz angeschlossenen Nationalitäten wurden weit besser behandelt, u.a. Belgier, Franzosen, Dänen und Norweger sowie Polen erhielten sehr regelmäßig schöne Pakete aus Genf. Mit Einverständnis der SS haben die Belgier und Norweger einige Male eine Schenkung gemacht. Das Ausbleiben von Paketen für die Holländer, welche lebenswichtig waren, um die mehr als ungenügende Ernährung im Lager zu verbessern, hat eine Hungersnot unter vielen Holländern hervorgerufen, mit der Folge, dass hunderte von Landsleuten direkt oder indirekt [wegen] Hunger gestorben sind. Eine umfassende, eingehende Untersuchung nach der Ursache des völligen Versagens des Internationalen Roten Kreuzes hinsichtlich der Niederländer ist m.E. erforderlich. 2) Prof. Schilling 4) als Leiter (SS) der Malariaversuchsstation hat mit seinen scheinwissenschaftlichen Versuchen an Gefangenen Hunderte und Hunderte umgebracht. Zu dieser Abteilung des Reviers hatten keine anderen Gefangenen Zutritt als diejenigen, die dort von der SS eingesetzt waren. Einige Wochen lang hat dort - zwangsweise - der holländische Arzt Dr. A. Jonkhof Haarlem 5) gearbeitet, dem es später gelang, anderweitig beschäftigt zu werden. Dieser weiß daher noch besser und unmittelbarer als ich, wie dort verfahren wurde. Häftlinge, namentlich Polen, Russen und Zigeuner, wurden dort zwangsweise aufgenommen und mit Malariablut gespritzt. Diese Menschen wurden also Malariakrank gemacht und dann allerlei Behandlungsversuchen unterworfen, die sich nicht auf die gegenwärtige Malariatherapien gründeten. Sobald es diesen Menschen schlecht ging, wurden sie nach der Inneren Abteilung gebracht, wo sie mir zur Behandlung überlassen wurden. In der SS-Malariastation durften keine Patienten sterben. Als Internist habe ich also in diesem letzten Jahr Hunderte von Opfern dieses unmenschlichen Verfahrens gesehen, während vor meiner Zeit die Anzahl Unfälle noch unendlich viel größer gewesen ist.

In diesem letzten Jahre habe ich miterlebt:

a) unzählige Opfer der Malaria, die unmittelbar an dieser Krankheit gestorben sind;

b) unzählige Patienten, die die Komplikation der Malaria, Pneumonie, Herz- und Lebererkrankungen bekamen und daran gestorben sind;

c) zahllose Fälle, die Vergiftung durch Therapieversuche erkennen ließen. U.a. entsinne ich mich, dass einmal innerhalb 24 Stunden 4 tief bewusstlose Patienten zu mir gebracht wurden, die alle vergiftet waren durch eine Überdosierung von Pyramidan (eines Mittels, von dem jeder Arzt weiß, dass es für die Malariabekämpfung wertlos ist und dessen Maximaldosis für jede Verabreichung und pro Tag er übrigens kennt);

d) zahllose Häftlinge, die zwar noch am Leben waren, jedoch lebenslänglich invalide geworden waren, mit Herz-, Leber-, Nieren- oder sonstigen Leiden;

e) wenn in den inneren Abteilungen Malariafälle entdeckt wurden, die dort zu einer anderen Diagnose aufgenommen waren, mussten wir diese Patienten nach der Malariastation überführen, wo, wie wir wussten, die Heilungsaussichten noch viel geringer waren als bei uns, trotz unserer mangelhaften Heilmittel. Wenn irgend möglich, behielten wir diese Patienten bei uns und suchten wir sie so schnell wie möglich unter einer falschen Diagnose zu behandeln. Prof. Schilling hat Hunderte von Häftlingen vieler Nationalitäten direkt ermordet. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob auch Opfer unter den Holländern zu beklagen sind.

3) Dr. Fritz Hintermayr, 6) SS-Chefarzt,

a) hat alle von uns, den Häftlingsärzten, vorgeschlagenen dringend erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der ausgebrochenen Flecktyphusepidemie unterlassen. Infolgedessen hatte der Flecktyphus sich über das ganze Lager ausgebreitet und Hunderten das Leben gekostet. Bei sachgemäß durchgeführten Maßnahmen zur Isolierung wäre es möglich gewesen, die Seuche im Keim zu ersticken. Es sind sogar mitten in der Epidemie noch regelmäßig Transporte in Dachau angekommen, so dass immer wieder neue Gruppen der Gefahr ausgesetzt wurden. Außerdem gingen fortwährend auch Transporte von Dachau nach Außenkommandos, so dass der Typhus auch dorthin verschleppt wurde;

b) hat wiederholt Auftrag erteilt zum Aussuchen von Invaliden für die Invalidentransporte, die bekanntlich

c) niemals irgendwo ankamen. Wenn wir Häftlingsärzte nicht, wider unser Gewissen, in Gottes Namen einige nach unserer Überzeugung hoffnungslose Fälle auswählten, kam er selbst und wies selbst eine große Anzahl an, die also positiv vom Leben zum Tode gebracht wurden, wenn uns dies auch allerdings nicht mitgeteilt wurde. Solcherweise hat er den Tod vieler Hunderte von Menschen auf dem Gewissen;

d) hat fortwährend seine Unterstützung verweigert, die medizinischen und hygienischen Verhältnisse im Lager und namentlich im Revier nach Maßgabe der Umstände so gut wie möglich zu gestalten. Die enorm hohe Sterblichkeitsziffer pro Tag (in den letzten Monaten etwa 200), die lediglich auf Krankheit und Erschöpfung zurückzuführen ist, gibt einen augenfälligen Beweis für diesen allerverzweifeltsten Zustand. Ich möchte dies das indirekte Morden der SS nennen;

e) hat wiederholt ungenügend wiederhergestellte Patienten, sogar Schwerkranke, aus dem Revier entlassen, so dass diese bald darauf in den Wohnbaracken starben oder wieder sterbend ins Revier aufgenommen werden mussten.

4) Zusammen mit Dr. Fritz Hintermayer erachte ich seine SS-Kollegen verantwortlich für die unter Ziffer 3 genannten Verbrechen, ausgenommen Dr. Fridolin Puhr, der sich nie aktiv ein Vergehen hat zuschulden kommen lassen. Namentlich beschuldige ich die SS-Chirurgen, die ohne irgendwelche Fachkenntnisse Patienten „operierten“, mit verhängnisvollen Folgen. Sie alle haben tätlich die Unmenschlichkeit des SS-Regime an den Gefangenen geübt.

5) Dr. Schuster 7) der in den letzten Monaten vor der Befreiung als Häftlingsarzt wirkte. Wir haben immer den ernstlichen Verdacht gehegt, dass er entweder ein geheimer Anhänger des Regimes oder ein Sträfling sei. Er hat vielen von uns wiederholt erzählt, dass er in Auschwitz Leiter einer Versuchsstation gewesen sei, wo gesunden Menschen Flecktyphusblut eingespritzt wurde, um sodann therapeutische Versuche mit ihnen anzustellen. Dies impliziert den Tod vieler seiner Opfer. Wir haben überdies oft bezweifelt, ob er tatsächlich Arzt sei. (...)

Haag, den 2. November 1946.“ 8)


Brief aus Allach an seine Frau

„14.5.1945 Mein lieber lieber Hanneke,

Eine weitere Nachricht, dass es mir gut geht. Die letzte Woche war das Wetter wunderschön, fast zu heiß, jeder ist in der Sonne, ich auch. Wenn ich Zeit habe, schwimme ich täglich zweimal in einem kleinen Pool, der hier ist. Das Wasser ist gut. Im Allgemeinen ist das Essen hier schon sehr anständig, wahrscheinlich viel besser als die Bevölkerung es in den Niederlanden hat. Persönlich esse ich oft mit den amerikanischen Offizieren in ihrer Kantine. Das ist unschlagbar. Ich muss mich jedoch immer daran erinnern, wie Sie viel weniger haben.

Wir erhalten alle ständig neue Nachrichten über unsere schnelle Repatriierung. Möglicherweise in zwei bis drei Wochen. Wenn ich in Dachau geblieben wäre, hätte ich als westeuropäischer Ex-Typhus-Patient eher nach Hause kommen können. Ich könnte dahin zurück gehen, aber habe jetzt so viel zu tun, dass ich die Arbeit nicht im Stich lassen kann. Neben der medizinischen Arbeit und die Superintendanz davon, bin ich Vorsitzender einer internationalen Gerichtskommission, die kriminelle Fälle in Dachau untersuchen soll. Als Untersuchungsrichter gebe ich diese Informationen an ein amerikanisches Gericht weiter. Dieser Ausschuss spricht Französisch, den Abschlussbericht davon soll ich dann in Englisch machen. Außerdem bin ich hier jetzt auch Mitglied des „International Camp Committee“, wie ich ursprünglich in Dachau sein würde. Ich bin nicht still. Dies ist eine gute Sache. Auch sonst mache ich mir Sorgen. Wir wissen noch nichts von unseren Familien. Die Franzosen haben zum Teil bereits Briefe von zuhause empfangen. Wir sahen hier keine niederländischen Offiziere!!!

Wir haben nichts empfangen von dem Internationalen Roten Kreuz oder Holländer usw. usw. Die Holländer sind in Deutschland empörend vernachlässigt worden. Doch danach werde ich später mal dahinter schauen. Alle anderen, darunter Belgier, Franzosen und Polen empfangen viel mehr als wir. Die Holländer bekamen nie etwas, und wir waren dann noch das reichste Land!! Rechnen Sie nicht damit, dass ich in 4 Wochen nach Hause komme. Es wird viel versprochen, aber oft bleibt es nur bei Worten. Eisenhower 9) scheint gesagt zu haben, dass alle Konzentrationslager in Deutschland verbrannt werden sollen. Sie hätten jetzt genug gefilmt und fotografiert und auch mehr als genügend Horrorpropaganda gemacht. Zu Recht. Es ist besser, auch im Hinblick auf die Epidemien, danach alles zu zerstören. Ich selbst bin nicht mehr gefährdet, ich hatte bereits Typhus. Es war ein Schlag für meine Ehre nach dem 23. Januar krank gewesen zu sein. Aber ich bin noch einmal davongekommen. Wenn sie wollen, schreiben Sie an Dr. Oerlemans 10) in Amsterdam, das Dr. Theo van Reemst 11) bei guter Gesundheit ist. Er ist auch hier.

Sobald ich in den Niederlanden bin, werde ich mit den zuständigen Behörden beraten, wie alle, die in den deutschen Lagern waren, kostenlose und volle ärztliche Untersuchung erhalten. Vielleicht können Sie das schon dem Direktor des Stadtamtes in Rotterdam sagen. Allen die in deutschen Lagern waren, müssen vollständig einschließlich auf TBC [Tuberkulose] untersucht werden. Ich selbst störe mich schon gar nicht mehr daran. Aber sicherlich ist ein großer Prozentsatz davon betroffen. Sanatorien, Kurse usw. werden benötigt werden.

Sie müssen alles tun, um den vielen Menschen wieder auf die Beine zu helfen. Auf mich brauchen Sie keine Rücksicht zu nehmen. (...) Haben Sie etwas Geduld und halten recht. Alles ist in Ordnung und wir können uns bald wieder ein sehr angenehmes Leben aufbauen.“ 12)

 

(Revierärzte und Personal 1945: sitzend 2. v. I. Dr. Drost.)

 

Roter Winkel von Dr. Drost im KZ Dachau-Allach.
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1)
2)
3)
4) Dr. Claus Schilling, * 5.7.1871 in München; † 28.05.1946 in Landsberg am Lech, SS-Arzt. Vgl. IMT Gase No. 000·50·2 (US vs. Martin Gottfried Weiss et al) Tried 13 Dec. 45.
5) Dr. Andries Roelof Jonkhoff, * 18.2.1899 in Burum, # 69074, Arzt. verh., 3. Kinder, ev. Holländer. Jonkhoff war am 26. Mai 1944 aus dem Lager Vugth (Hertogenbusch) in das KZ-Dachau überstellt worden. Er wurde dort am 29.4.1945 befreit. Vgl. ITS 1.1.6.7\JEF-JUQ\1064. 
6) Dr. Fritz Hintermayer, * 28.10.1911 in Grafing bei München; † 29. Mai 1946 in Landsberg am Lech, SS-Obersturmbannführer, verh., 4 Kinder, Deutscher. SS-Chefarzt und Lagerarzt im KZ Dachau und Außenlager Dachau-Allach.
7) Der Häftling Heinrich Schuster gab sich als Arzt aus. Er hatte 3 1/2 Jahre Medizin studiert, jedoch nicht abgeschlossen. Vgl. dazu: Offizieller Bericht der OSS (Office of Strategie Service) der 7th. US-Army, S. 61 f. Schuster war von 1942 bis Januar 1945 im KZ-Auschwitz und von dort nach Dachau verlegt worden. Dort meldete er sich freiwillig, um in der Krankenstation zu arbeiten. Schuster wurde nach der Befreiung bei seinem Versuch, sich unter die anderen Gefangenen zu mischen und zu verstecken, im Lager Dachau verhaftet.
8) Nederlands Institut voor Oorlogsdocumentatie, archiv 250d, Kampen en Gefangenissen, inv. no. 503.
9) Dwigth D. Eisenhower, US-General, seit 24.12.1943 Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte. Nach der Kapitulation am 8.5.1945 Militärgouverneur der US-Zone.
10) Dr. Oerlemans, Nicht ermittelt.
11) Dr. Theo van Reemst, * 10.10.1908 in Sleen; † 14.1.1980, # 68622, Arzt, Sch., verh., 1 Tochter, Holländer. Theo van Reemst wurde am 26.5.1944 vom KZ Hertogenbusch (Vugth) in das KZ-Dachau überstellt und dort am 29.4.1945 befreit. Vgl. ITS\1.1.6.7\RAV-RET\0354.
12) Brief von Dr. Drost an seine Frau vom 14. Mai 1945. Privatarchiv Klaus Mai. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Geert van der Straaten, Enkel von Dr. Drost.

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