Henryk Woitasjewic

KZ-Häftling in Buchenwald, KZ-Außenlager Dachau-Allach

Wojtasjewic, Henryk, * 2.11.1915 in Zosnowitz, # 45721, Sch., ledig, Beamter, Pole.

„Mit dem Zeitpunkt des Kriegausbruchs des Jahres 1939 wurde ich mobilisiert und beteligte mich an der Septemberkampagnie. Im November 1939 kam ich beim überqueren des San - bei Przemysl - in deutsche Gefangenschaft und wurde nah dem Kriegsgefangenenlager in Altengrabof gebracht. Am 21. Juni 1941 verhaftete die Gestapo mich unter dem Vorwurf, feindliche Propaganda zu betreiben und setzte mich ins Gefängnis Cuxhaven.

Nach Ablauf eines Jahres wurde einer Gruppe von sechs polnischen Gefangenen, von denen ich mich nur an Jan Wasela 1) erinnere, der früher Stationsvorsteher in Krotoszyn gewesen ist, nach Buchenwald gebracht. Ich bekam die Lagernummer „6263” - mit einem „roten Winkel” und dem Buchstaben „P”. Zuerst brachte man mich in Block Nr. 1 unter und dann in Block 24. Gegen Ende des Aufenthalts im Lager wohnte ich im Block Nr. 37.

Während der Dauer eines Jahres wurde ich der Strafkompanie zugeteilt, die als Sonderkommando in den Steinbrüchen arbeitete. Im Mai 1943 brachte man mich mit einem ca. 100 Personen-Transport, der Menschen verschiedener Nationalitäten umfasste, nach dem Lager Dachau, „Kommando - Allach”. Kommandant des Nebenlagers Allach war ein Deutscher Namens Jarolin und sein Vertreter war ein Deutscher des Namens Eberl oder Eberle.

Gegen Ende 1944 war ich als Augenzeuge bei der Erhängung von vier sowjetischen Häftlingen anwesend. Sie wurden auf dem Appellplatz vor den Augen sämtlicher, im Quadrant aufgestellter Häftlinge erhängt. Das Erhängen besorgten SS-Männer unter der Aufsicht von Jarolin und Eberl.

Die Häftlinge erzählten einander, dass der Grund der Erhängung der sowjetischen Häftlinge die von diesen durchgeführte Sabotage in der Fabrik gewesen ist, in welcher sie beschäftigt wurden. Sie sollen einen Gummischlauch zerschnitten haben, um daraus Fäden zum Nähen von Stiefeln zu gewinnen.

Ausser den oben genannten SS-Männern kenne ich keine weiteren Namen der SS-Lager-Belegschaft und ebensowenig Namen von Funktionärshäftlingen. Ich arbeitete in den BMW-Werken, einer Flugzeugfabrik, die sich in einem Walde - ungefähr zwei bis drei Kilometer vom Lager entfernt - befand.” 2)

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1) Johann Wasela, * 8.7.1904 in Recklinghausen, # 6316, Bahnbeamter, Sch., verh., 2 Kinder, kath., Pole. Vgl. Häftlings-Personalkarte/1.1.5.3/7376853/ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
2) Henryk Wojtasjewic, StaA München, Staatsanwaltschaften 34706, Blatt 323 ff.

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