| Name | Kolisnitschenko 1) |
| Vorname | Iwan |
| Geburtsdatum | 17.02.1925 |
| Geburtsort | Krugloi |
| Kreis | Rostow |
| Familienstand | ledig |
| Konfession | russ.-orth. |
| Kinder | |
| Wohnort | Krugloi |
| Region | Rostow |
| Beruf | Traktorist |
| Haftgrund | Arbeitsverweigerung |
| KZ Haftkategorie | Schutzhäftling, Ostarbeiter |
| KZ Häftlingsnummer | 42325 |

| Haftdatum | Haftänderung | Zu-/Abgangsstelle | Außenlager |
| 15.01.1943 | Zugang | Dachau | |
| 02.02.1944 | Flucht | Allach, BMW | |
| 05.02.1944 | gefasst und rücküberstellt | Allach, BMW | |
| 14.04.1944 | ermordet durch erhängen | Allach |
„Die Deutschen hatten nach der Besetzung seines Heimatortes alle arbeitsfähigen jungen Männer und Frauen gewaltsam zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Nach tagelanger Fahrt in einem Güterzug gelangten sie bis in die Nähe von München, wo sie in einem Wohnlager für sogenannte „Ostarbeiter“ untergebracht wurden. Bei schwerer Arbeit in einer Maschinenfabrik erhielten sie (..) wenig zu essen. Als sich eine Gruppe von ihnen zusammentat und gegen die mangelhafte Unterbringung und Verpflegung protestierte, sperrte man sie kurzerhand ein. Kolisnitschenko, den man als Rädelsführer zu erkennen glaubte, wurde in das KZ Dachau überstellt.“ 1) Gemeinsam mit den Häftlingen Stanislaw Kowal, dem Ostarbeiter Alexander Bljudin und Wladimir Remnew floh er während der Nachtschicht am 2. Februar 1944 aus Halle II bei BMW-Allach. Nachdem er sich regulär bei seinem SS-Arbeitseinsatzleiter „Papa Geiß“ 2) zum Toilettengang abgemeldet hatte, stieg er mit den anderen von dort in einen unter der Halle verlaufenden Versorgungsschacht ein und gelangte so ins Freie bzw. außerhalb des Werkes. Doch zwei Tage später wurden die Flüchtigen bis auf Bljudin von den Suchmannschaften gefasst und in den „Bunker“ gesperrt. Dort warteten sie auf ihre Hinrichtung, die am 14. April 1944 auf dem Appelplatz des Außenlagers vor ca. 3.500 Häftlingen stattfand. „Papa Geiß“ wurde als SS-Arbeitseinsatzführer abgelöst und nach Neu-Aubing versetzt. Sein Nachfolger wurde SS-Hauptscharführer Stuz, der nach Angaben von Oertel auch die Erhängung der drei Häftlinge leitete. 3) Die Hinrichtung wird von mehreren Häftlingen beschrieben, Sie erinnerten sich daran, wie bei Stanislaw Kowal der Strick riss und er sofort erneut gehängt wurde. 4)
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1) Kolisnitschenko kam am 15.1.1943 über das Lager Flossenbürg direkt in das sich noch im Aufbau befindliche KZ-Außenlager Dachau-AIlach. Vgl. ITS 1.1.6.1\0001-0189\0040\0211.
2) SS-Arbeitseinsatzführer Ludwig Geis, * 13.4.1886 in Ellweiler, Volksschule, Achatschleifer, Deutscher. SS-Untersturmführer. Vgl. dazu:Julian Freytag, „Ein ganz untypischer SS-Mann“, Saarbrücken 2017.
3) Otto Oertel, Als Gefangener der SS, hrsgg. und bearbeitet von Stefan Appelius, Bibliotheks- und Informationssystem der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg 1988, S. 225.
4) Vgl. ebd.
