Der „Moor-Express” bestand aus einem gummibereiften Anhänger, auf dem die toten KZ-Häftlinge in das Krematorium nach Dachau transportiert wurden. Der Wagen wurde von einem Muli gezogen. Auf dem Rückweg ins Außenlager transportierten die Häftlinge auf dem Wagen Lebensmittel. Kommandoführer war Alfred Kerner. 1) Max Mannheimer berichtet darüber: „Zusammen mit einem sehr alten Häftling, Albert Kerner aus München, transportiere ich mit einem Muli Leichen von Karlsfeld nach Dachau ins Hauptlager. Zur Verbrennung. Kerner geht neben dem Muli, der SS-Posten neben mir. Ich habe darauf zu achten, daß die Toten zugedeckt bleiben. Ein plötzlicher Windstoß hebt die Decken ab. Die Vorbeigehenden, hauptsächlich Frauen, machen erschrockene Gesichter. Leichen aus dem KZ sind kein schöner Anblick." 1) Nach Angaben von Laffitte hatte das „Moor-Express-Kommando” Ende 1944 eine Stärke von etwa 25 Häftlingen.
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1) Kerner, Albert, * 20.3.1906 in München, # 127, 11280, Maler, Sch., verh., kath., Deutscher. Vgl. ITS 1.1.6.7\KASP-KER\1703.
2) Mannheimer, Max, Spätes Tagebuch, S. 124.
